Ich glaube, bei Fitzek weiß man mittlerweile einfach, worauf man sich einlässt: Man startet mit einer Geschichte und denkt, man hätte vielleicht verstanden, worauf alles hinausläuft - und dann kommt wieder alles anders. ¿Vor 11 Jahren wurde Alma als Baby zur Adoption freigegeben. In ihrer Adoptionsakte steht ein ziemlich beunruhigender Hinweis: Die Identität ihrer leiblichen Eltern darf unter keinen Umständen ans Licht kommen, da der Mutter sonst Todesgefahr droht.Als Alma dann lebensgefährlich erkrankt und dringend eine Knochenmarkspende braucht, beginnt ihre Adoptivmutter Olivia, nach Almas leiblichen Eltern zu suchen. Dabei stößt sie auf die mysteriöse Geschichte des sogenannten Kalendermädchens.Die Idee mit dem lebendigen Adventskalender fand ich wirklich richtig raffiniert. ¿¿ Gerade die Verbindung von etwas eigentlich Schönem und Harmlosen wie einem Adventskalender mit einer so düsteren Geschichte fand ich sehr interessant. Auch die verschiedenen Zeitebenen haben für mich dafür gesorgt, dass man immer wieder neue Informationen bekommt und sich gleichzeitig fragt, wie das alles zusammenhängt.Ich musste zwischendurch wirklich überlegen, wem ich eigentlich noch glauben kann. ¿ Fitzek legt einem immer wieder kleine Hinweise hin und gleichzeitig schafft er es, einen auf eine komplett falsche Fährte zu schicken. Einige Wendungen habe ich kommen sehen, bei anderen war ich wieder komplett daneben.Besonders spannend fand ich die Geschichte rund um das Kalendermädchen selbst. Die Vorstellung hinter diesem Adventskalender ist schon ziemlich verstörend und sorgt definitiv für einige Gänsehautmomente. Gleichzeitig fand ich gerade den Gegensatz zwischen dem klassischen "lebendigen Adventskalender", bei dem Menschen ihre Türen öffnen und Zeit miteinander verbringen, und Fitzeks düsterer Variante davon ziemlich genial.Was ich bei Fitzek außerdem immer wieder liebe, ist dieses Gefühl, dass man eigentlich nur noch ein Kapitel lesen möchte und plötzlich sind wieder 100 Seiten weg. ¿ Die kurzen Kapitel und die verschiedenen Perspektiven haben bei mir zusätzlich dafür gesorgt, dass ich immer wissen wollte, was als Nächstes passiert.Für mich ist "Das Kalendermädchen" definitiv ein Buch, das ich besonders zur Weihnachtszeit empfehlen würde. Wer bei Weihnachtsbüchern eher an gemütliche Abende, Plätzchen und Kerzenschein denkt, bekommt hier definitiv die etwas andere Variante davon. ¿¿Fazit: Ein spannender und ziemlich ungewöhnlicher Psychothriller mit einer richtig interessanten Grundidee. Fitzek schafft es mal wieder, seine Leserinnen und Leser ordentlich in die Irre zu führen. Wer Lust auf Weihnachten mit einer guten Portion Spannung, Geheimnissen und Gänsehaut hat, sollte sich das Buch auf jeden Fall anschauen. ¿¿