Als Arthur und seine Freunde in eine scheinbar ausweglose Situation geraten, wenden sie sich an eine uralte, dunkle Macht: den Drachen King Sorrow. Doch was sie beschwören, ist weit mehr als ein Wesen, das ihre Wünsche erfüllen kann, denn der Preis für seine Hilfe ist hoch: Jedes Jahr fordert er ein neues Opfer. Was als verzweifelter Ausweg beginnt, wird zu einem Albtraum, der die Freunde ihr ganzes Leben lang verfolgt.
Wir erleben die Ereignisse aus einer Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven. Die Handlung erstreckt sich außerdem über einen großen Zeitraum. Dadurch lernen wir die einzelnen Charaktere immer besser kennen. Jede:r von ihnen hat eigene Ängste und Wünsche, Probleme und Traumata, mit denen er oder sie zu kämpfen hat. Niemand ist perfekt, alle haben ihre Ecken und Kanten und treffen Entscheidungen, die nicht immer nachvollziehbar oder moralisch vertretbar sind.
Ich muss zugeben, dass mir persönlich niemand wirklich sympathisch war. Trotzdem fand ich die Charaktere interessant, gerade weil sie nicht in klassische Kategorien von gut und böse passen. Ihre Handlungen sind teilweise egoistisch, brutal oder schwer zu rechtfertigen, gleichzeitig bekommt man immer wieder Einblicke in ihre Beweggründe und die Erfahrungen, die sie geprägt haben. Dadurch konnte ich ihre Entscheidungen zwar nicht immer gutheißen, aber zumindest besser nachvollziehen.
Das Buch beschäftigt sich intensiv mit Schuld, Vergeltung, Moral und Selbstjustiz. Es gibt so viele schreckliche Menschen auf der Welt, die unvorstellbare Dinge tun und dennoch völlig ungestraft davonkommen. Da stellt sich unweigerlich die Frage nach Gerechtigkeit. Aber verdienen solche Menschen den Tod? Und wer entscheidet darüber, was gerecht ist? Ist ein Mord gerechtfertigt, wenn dadurch andere Menschen gerettet werden können? Das Buch regt dazu an, über diese Fragen nachzudenken und die eigenen moralischen Grenzen zu hinterfragen.
Es herrscht eine düstere, bedrohliche und beklemmende Atmosphäre, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Dabei verzichtet der Autor auf richtige Schockmomente, vielmehr werden Spannung und Horror eher unterschwellig aufgebaut. Besonders die Beschreibungen von King Sorrow fand ich unheimlich. Er ist grausam, hinterhältig und geradezu gierig nach Angst und Blut. Gleichzeitig bringt er irgendwie einen Hauch von schwarzem Humor und Charisma mit, was ihn für mich nur noch unberechenbarer und dennoch faszinierend macht.
An manchen Stellen war mir die Geschichte aber leider etwas zu langatmig. Auch eine bestimmte Szene wurde im Verlauf der Handlung mehrfach nacherzählt.