Canvas von Ursula Poznanski (erschienen bei Loewe im August 2026), die Fortsetzung von Cryptos, ist opulent und spannend, unglaublich fantasievoll und wendungsreich.
Wir treffen wieder auf die Weltendesignerin Jana, die abermals gemeinsam mit ihren Freunden und Kollegen aus Mastermind das Leben vieler Menschen retten muss. In einer Welt, in der die Menschen nicht mehr im realen Hier und Jetzt ihre Zeit verbringen, sondern in digital erschaffenen, hyper-realistischen Welten, droht ein Klassenkampf.
Die Menschen verbringen ihre Tage in zahllosen unterschiedlichen Welten. Ihre physischen Körper liegt dabei in Kapseln und werden dort auch ernährt. Doch sie selbst, ihr Geist, ihr Ich bewegt sich durch unterschiedlichste Welten. Da gibt es die von Jana geschaffene Welt Kerrybrook, in der alles schön zu sein scheint. Es gibt Weihnachtswelten, in denen das ganze Jahr über Weihnachten ist und der Duft von Plätzchen durch die Straßen weht, es gibt gruselige Vampirwelten und Welten, die das alte römische Reich nachahmen. Die Auswahl ist schier unendlich. In diesem dystopischen Setting muss Jana gemeinsam mit den anderen Weltendesigner*innen ein Verwirrspiel durchschauen und
Die Idee hinter Mastermind und den zahllosen Welten ist verführerisch und unglaublich spannend. Wer möchte nicht morgens mit Blick auf das karibische Meer frühstücken, im Meer baden, anschließend durch das Louvre schlendern oder Tokyo bestaunen und abends in einem angesagten Club feiern. All das geht mit Mastermind ohne beamen. Doch das hat auch seine Schattenseiten, denn das echte, reale Leben wird nicht mehr gelebt. Die Menschen verbringen all ihre Zeit in den virtuellen Welten. Echte Begegnungen finden kaum mehr statt.
Hervorheben möchte ich neben der kreativen Geschichte auch die Gestaltung des Covers. Es passt so gut im Inhalt des Buches und fügt sich auch toll an den ersten Band an. Die schwebende Welt und die vielen kleinen Kacheln darunter, die zahllose weitere virtuelle Welten repräsentieren, finde ich überaus gelungen.
Mir hat der dystopische Thriller sehr viel Spaß gemacht und ich habe ihn gerne gelesen. Ich habe mich in die Welten geträumt und mir gewünscht, auch mal durch Kerrybrook zu spazieren. Zugleich ist die Vorstellung einer solchen Zukunft für die gesamte Menschheit natürlich sehr beängstigend.
Ich finde den Schreibstil von Ursula Poznanski immer wieder faszinierend, spannend und wendungsreicht. Sowohl Cryptos als auch Canvas könnte ich mir als sehr spannende Kinofilme vorstellen. Schon beim Lesen habe ich die bildgewaltigen und opulenten Beschreibungen geliebt.