Ein etwas träger Thriller, welcher aber zur zweiten Hälfte hin spannend wird und manche Überraschung parat hält.
Vier ehemalige Freunde treffen sich nach vielen Jahren auf Hiddensee, um in Erinnerungen zu schwelgen, doch das Wochenende endet in einer schrecklichen Bluttat. Am Ende sind 3 Menschen tot und die mutmaßliche Täterin liegt im Koma.Anlässlich des zweiten Jahrestages der Blutnacht bekommt die freie Journalistin Doro Kagel den Auftrag zu einer Reportage über das Geschehen. Eher widerwillig macht sie sich an die Arbeit, doch schon bald stellen sich Zweifel an den Abläufen der Nacht ein und sie nimmt die Spur auf - direkt am Ort des Geschehens, dem Nebelhaus.Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt - einerseits begleitet der Leser Doro bei ihren Ermittlungen und parallel dazu ist man an besagtem Wochenende zu Gast im Nebelhaus.Tolle Kombi, leider braucht die Geschichte aber lange, bis sie einen packt und mitnimmt. Das liegt vor allem in den ausgewalzten Gedankenspielen der Protagonisten, die sich wie zäher Honig endlos langsam seitenlang in die Geschichte ergießen. Man sucht bildlich das Gaspedal, um endlich voranzukommen. Nachdem in der zweiten Hälfte die Story endlich Fahrt aufgenommen hat, wird es richtig spannend - schon allein die bildhafte Beschreibung der Umgebung und der aufziehende Sturm sorgen für Gänsehaut, auch die vielen Wendungen bezüglich des Tatablaufs überraschen den Leser. Es war früh klar, dass die Tat anders ablief, als bisher bekannt und es gab den ein oder anderen Verdächtigen, auf den man sich einschoss - aber die Wahrheit am Ende - wow, das war schon heftig.Und dieses Ende lässt mich 4 statt nur 3 Sterne vergeben.