Rezension zu "Perfect Day" von Romy Hausmann"Perfect Day" war mein zweites Buch von Romy Hausmann, nachdem mir "Liebes Kind" bereits extrem gut gefallen hat. Entsprechend gespannt war ich auf ihr nächstes Buch und auch dieses Mal konnte mich die Geschichte wieder überzeugen.Romy Hausmann schafft es, einen fesselnden Psychothriller zu erzählen, der den Leser immer wieder manipuliert und auf falsche Fährten lockt. In manchen Passagen ist die Geschichte dabei wirklich verstörend und man verliert nach und nach das Vertrauen in jegliche Charaktere.Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Besonders gelungen fand ich die verschiedenen Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird. Neben Ann gibt es auch die "Wir" Perspektive und die Aufnahmen, die ebenfalls immer wieder für Verwirrung sorgen und den Leser in die Irre führen. Gerade dadurch setzt sich die Geschichte nach und nach aus verschiedenen Puzzleteilen zusammen, die am Ende ein stimmiges Gesamtbild ergeben.Die Protagonistin ist meiner Meinung nach sehr gut geschrieben. Anfangs wirkt sie durch die Geschehnisse einfach nur massiv mitgenommen und überfordert. Im Laufe der Handlung zweifelt man jedoch immer wieder ernsthaft an ihrer psychischen Verfassung und fragt sich, wie real einige der Ereignisse tatsächlich sind. Dadurch entsteht eine besondere Spannung, weil man als Leser selbst immer wieder versucht, zwischen Realität und Wahrnehmung zu unterscheiden.Einzig die Szene mit Ann und Eva auf der Baustelle konnte mich nicht ganz überzeugen. Sie war mir persönlich etwas zu plötzlich und teilweise auch zu abwegig. Außerdem war für mich relativ schnell vorhersehbar, wie "ihr Widersacher" in dieser Szene agieren wird.Das Ende hingegen fand ich richtig gut gelöst. Die Auflösung ist nachvollziehbar und schlüssig und hat für mich sehr gut zur Geschichte gepasst.- Spoilerwarnung ab hier! -Im Laufe der Handlung wird der Täter dem Leser immer wieder als liebender Vater und gebildeter Akademiker präsentiert. Genau das macht die spätere Auflösung für mich so stark, denn all diese Eigenschaften hindern einen Menschen letztendlich nicht daran, solche bestialischen Taten zu begehen.Als Leser vermutet man anfangs noch, später hofft man teilweise sogar, dass Ann Recht behält und er unschuldig ist. Dass dem letztendlich nicht so ist, hat die Geschichte für mich persönlich sehr viel runder gemacht, als wenn am Ende irgendeine andere Figur als Täter überführt worden wäre.Menschlich ist diese Auflösung natürlich enttäuschend, aber vom Storytelling her fand ich sie absolut grandios.Perfect Day hat von mir 4,5 von 5 ¿ erhalten.