The Story Binding Us von Jella Benks ist der finale Band der Stories-Reihe und eigentlich bin ich fest davon ausgegangen, dass ausgerechnet dieser mein Lieblingsband werden müsste. Allein schon wegen der Fake-Dating-Trope und weil ich Logan bereits aus den vorherigen Büchern sehr mochte. Tja. Wurde er nicht. Tatsächlich ist es für mich der schwächste Band der Reihe - und gleichzeitig derjenige, der mich am Ende emotional am meisten gepackt hat.Diesmal geht es um Hope und Logan. Logan kennen wir bereits aus Band 1 und 2, Hope aus dem vorherigen Band, in dem sie allerdings immer nur als H. bezeichnet wurde. Was mir an Hope besonders gefallen hat: Sie ist im Autismus-Spektrum und ich konnte mich tatsächlich in einigen ihrer Eigenheiten und Gedanken wiedererkennen.Hope und Logan können sich eigentlich überhaupt nicht leiden und werden mehr oder weniger gezwungenermaßen zu Mitbewohnern. Da Hopes Vater und Logans Mutter außerdem beide der Meinung sind, ihre Kinder müssten dringend jemanden kennenlernen, damit sie nicht einsam enden, beschließen Hope und Logan kurzerhand, eine Beziehung vorzutäuschen. Fake Dating also - eigentlich genau meine Trope.Trotzdem hat die Geschichte bei mir sehr lange gebraucht, um mich wirklich zu packen. Sie ist genauso cozy und liebevoll wie die restliche Reihe, aber während mich die Vorgänger emotional teilweise schon von der ersten Seite an hatten und ich zwischendurch mehr als einmal Tränchen verdrücken musste, fehlte mir das hier lange. Wirklich Spannung kam für mich erst mit Tobys Auftauchen in die Geschichte.Und dann ist da diese eine Triggerwarnung: Unfalltod eines Haustiers. Ich hatte schon beim Lesen der Triggerwarnungen Angst davor und ja - die Katze stirbt. Ich wollte diesem Buch allein dafür zwei Sterne abziehen. Als Katzenmama kann ich sowas einfach ganz schlecht verzeihen. Vor allem, wenn der Tod eines Tieres letztendlich dazu dient, eine bestimmte Handlung beziehungsweise ein Missverständnis voranzutreiben. Das hätte für mich wirklich nicht sein müssen.Aber gerade zum Ende hin hat mich das Buch dann doch richtig erwischt. Und das lag längst nicht nur daran, dass ich wusste, dass ich mit diesem Band Juniper Falls und dieser ganzen wundervollen Clique Goodbye sagen muss. Auch die Geschichte zwischen Hope und Logan wird zum Ende hin unglaublich emotional und gleichzeitig so wunderschön.Ich glaube, das Wort, das ihre Liebesgeschichte für mich am besten beschreibt, ist leise. Und das, obwohl Hope selbst immer wieder sagt, dass sie es dramatisch mag. Ihre Geschichte ist chaotisch, aber sie ist leise. Ihre Gefühle sind nicht plötzlich einfach da und ihre Beziehung beginnt nicht mit einem großen Knall. Sie baut sich langsam auf. Während allen anderen wahrscheinlich längst klar ist, dass die beiden sich vermutlich von der ersten Sekunde an geliebt haben, brauchen Hope und Logan selbst deutlich länger, um das zu verstehen - und auch noch einmal unterschiedlich lange, um wirklich dort anzukommen, wo sie am Ende landen.Und genau da hatte mich das Buch dann plötzlich komplett. Denn dieses Ende ist für Hope und Logan einfach wunderschön und gibt ihnen auf so vielen Ebenen genau das Happy End, das zu ihnen passt.Gleichzeitig sind es auch wieder all die anderen Charaktere, die Juniper Falls für mich so besonders machen. Ella, Darcy, Bentley und der ganze Rest dieser Clique sind einfach wundervoll. Ich musste zum Beispiel so lachen, als Darcy schon wieder ungefähr fünf Schritte weitergedacht hat als alle anderen, bereits Flüge raussucht und der Rest ihn erst einmal anguckt, als würde mit ihm irgendetwas nicht stimmen. Dabei hat Darcy einfach schon Minuten vor allen anderen begriffen, dass jetzt gehandelt werden muss. Genau solche Momente liebe ich an dieser Reihe, weil diese Charaktere inzwischen so vertraut sind und jeder von ihnen seine ganz eigene Art hat.Und vielleicht trifft mich der Abschied deshalb noch einmal mehr, weil meine Reise durch Juniper Falls eigentlich rückwärts begonnen hat. Zuerst habe ich die Spin-off-Dilogie 100 Things I Hate About You gelesen (die einige Jahre nach der Story Reihe spielt) und darüber überhaupt erst die Stories-Reihe entdeckt. Inzwischen ist diese ganze Welt für mich zu einer wunderschönen, cozy Wohlfühlreihe geworden. Jeder neue Band fühlte sich ein bisschen wie Nach-Hause-Kommen an, weil irgendwo immer wieder bekannte Charaktere auftauchten und man erfahren hat, wie ihr Leben weitergegangen ist.Zu wissen, dass es aktuell weder einen weiteren Band noch eine weitere Spin-off-Reihe gibt, in der ich nach Juniper Falls und zu all diesen wundervollen Charakteren zurückkehren kann, fällt mir gerade erstaunlich schwer.The Story Binding Us ist damit vielleicht mein schwächster Einzelband der Reihe und gleichzeitig ein Ende, das mich viel emotionaler getroffen hat, als ich nach der ersten Hälfte erwartet hätte. Ich liebe Hope und Logan zusammen. Ich liebe diese ganze verrückte Clique. Und ich liebe, was Juniper Falls über mehrere Bücher hinweg für mich geworden ist: ein kleines literarisches Nach-Hause-Kommen.Und ja, Hope und Logan und auch alle anderen bekommen in allen Lebenslagen ihr perfektes Happy End. Mit Ausnahme der Katze.