Am Ende aller Dinge müssen Kaladin, Schallan, Dalinar, Adolin und ihre Gefährten bis zum Äußersten gehen, um die Welt Roschar vor einem niemals endenden Krieg zu retten. Ihr Kampf für die Freiheit verlangt ihnen alles ab und verteilt sie an die verschiedensten Orte, mit den unerwartetsten Verbündeten. Doch werden ihre Kräfte reichen, um das erstarkende Böse zu bezwingen?Nach über zehn Jahren ist es endlich soweit, die Sturmlicht-Chroniken, Sandersons bisher umfangreichstes Werk, haben ihr vorläufiges Ende gefunden. Es war eine wahrhaft bombastische, unendlich lange und vielseitige Reise voller Gefahren, Mut und Philosophie. An der Seite von liebgewonnenen Helden haben wir eine ganze Welt bereist, ihre Völker kennengelernt und die Entwicklung von gewöhnlichen Menschen betrachtet, die über ihre Fehler und Schwächen hinauswachsen, um für andere stark zu sein.Es war natürlich auch eine anspruchsvolle und oft verwirrende Unternehmung, dieser Geschichte zu folgen. Der Autor bombardiert seine Leser geradezu mit Informationen, wichtige wie nebensächliche, spart an keiner Stelle am Worldbuilding und lässt kein einziges Detail aus. Daraus entsteht eine unfassbar komplexe Welt, aber auch eine Menge Verwirrung, weil man sich natürlich nicht jede Einzelheit merken kann. Es ist nicht empfehlenswert, diese Reihe in großen Zeitabständen, so wie sie erschienen ist, sondern alle Bücher zeitnah hintereinander weg zu lesen, sonst droht die Verwirrung, überhandzunehmen. Wenn man aber einmal seinen Weg in die Geschichte gefunden hat, dann lässt sie einen so schnell nicht wieder los. Egal wie viele Charaktere der Autor uns vorstellt, wie viele Herausforderungen seine Protagonisten zu bestehen haben, sein fesselnder Schreibstil und die unglaubliche Vielseitigkeit der Geschichte schlagen jeden Fantasy-Fan in ihren Bann. Hier ist für jeden etwas dabei: Epische Schlachten, Ritter, mächtige Götter, Philosophie, Selbstbestimmung, ein Kampf gegen Unterdrückung, ein kleines bisschen Romantik, Frauen (und Männer), die sich über Stereotype hinwegsetzen, Strategie, Magie, alte Mythen und immer wieder jede Menge Heldentum. Die Sturmlicht-Chroniken haben es in sich. Sie sind dabei aber nicht nur eine mittelalterliche Fantasy von säbelrasselnden Kriegshelden, sie beschäftigen sich auch immer wieder nachdrücklich mit anderen Themen, wie Frieden, Gleichberechtigung und vor allem mentaler Gesundheit.Kurzum, es gibt kaum einen Grund, diese Reise nicht zu empfehlen. Der Ton ändert sich, gerade in den letzten beiden Bänden, weg vom klassischen Abenteuer voller Wunder und Entdeckungen, das wir in den ersten Bänden erleben durften, hin zu etwas Größerem, Weltenumspannendem, einem Wettstreit zwischen Göttern, der das ganze Kosmeer (also die Welt, in der auch andere Geschichten des Autors spielen), mit einschließt und auch schnell die Vorstellungskraft sprengt: Diese Geschichte ist schlichtweg nicht vergleichbar mit anderen Büchern des High Fantasy Genres. Es wird also sehr komplex, man muss jegliche Erwartungen zurücklassen, äußerst aufmerksam lesen, vielleicht zurückblättern oder sich Notizen machen. Dementsprechend ist diese Reise nicht für Einsteiger ins Fantasy-Genre empfehlenswert, aber alle anderen, erfahreneren Leser können hier das Abenteuer ihres Lebens finden, wenn sie ein wenig Geduld mitbringen.Falls zwölf Bände Sturmlicht-Chroniken nicht ausreichen, ist auch hier kein Grund zur Besorgnis erkennbar, denn Sanderson wäre nicht Sanderson, wenn er eine Geschichte einfach so enden lassen würde. Tatsächlich ist die Handlung noch nicht zufriedenstellend abgeschlossen, die Geschichte wird noch weitergehen, in einer zweiten Sturmlicht-Reihe, die er schon angekündigt hat, und die uns dann auch hoffentlich ein richtiges Happy End für unsere liebgewonnenen Helden verspricht.