Zog sich zu sehr in die Länge...
Das Königreich Fantome wird von zwei verfeindeten Gilden kontrolliert, den diebischen Cloaks und den tödlichen Daggers. Beide nutzen Schattenmagie, Shade genannt, aber auf unterschiedliche Weise. Als die Mutter der 17-jährigen Seraphine ermordet wird, findet sie Zuflucht bei den Cloaks, doch jemand scheint sie zu verfolgen. Ransom von den Daggers soll das Mädchen töten, doch dann findet er heraus, dass Seraphine über eine besondere Macht verfügt..."The Dagger and the Flame" stammt aus der Feder von Catherine Doyle und ist der erste Band ihrer Fantome-Reihe. Den Roman wollte ich schon lange mal lesen und freute mich auf spannende Lesestunden. Leider konnte mich die Story nicht so überzeugen wie erhofft.Dabei hat mir die Grundidee mit den zwei verfeindeten Gilden und der Schattenmagie zunächst ganz gut gefallen. Ich war schnell mittendrin im Geschehen, das nicht allzu komplex ausfällt - was aber auch etwas nachteilig ist. Denn das Worldbuilding bleibt teils noch recht vage. So hätte ich mir zum Beispiel noch mehr Hintergründe zu den Heiligen oder auch zum König gewünscht. Mir fehlte es an Show statt Tell, und auch von Fantome sehen wir außer den Gildemitgliedern nicht viel. Hier gibt es noch reichlich Luft nach oben. Die Perspektiven von Seraphine und Ransom in der 3. Person wechseln sich dabei ständig. Seraphine mochte ich ganz gerne, Ransom blieb mir eher fremd. Zumal sein Part oft nur die Geschehnisse aus seiner Sicht betrachtet, was zu einigen Wiederholungen führt. Die beiden kommen sich natürlich langsam näher und liefern sich dabei einige unterhaltsame, aber teils auch kindische Schlagabtausche. Das betrifft auch die Dialoge mit den Nebencharakteren. Der romantische Teil nimmt zum Glück einen eher geringen Teil ein, wobei es auch etwas Spice gibt. So richtig abgeholt als Paar haben mich Seraphine und Ransom allerdings nicht. Der Funke wollte leider nicht so recht überspringen, zumal sich vor allem die zweite Hälfte arg in die Länge zog. Viele Seiten habe ich hier nur überflogen und mich ziemlich gelangweilt. Im Showdown zog die Spannung mit dramatischen Szenen und überraschenden Enthüllungen wieder etwas an, meine Lust auf Band hält sich dennoch sehr in Grenzen. Insgesamt kann ich daher "The Dagger and the Flame" nur sehr eingeschränkt empfehlen. Das Konzept der Schattenmagie hat durchaus Potential , mir fehlte es aber an Spannung und Gefühl. 3 Sterne von mir.