Solider Thriller mit Spannung ohne modernen Techniken
Mit Halt niemals an legt Chevy Stevens erneut einen Thriller vor, der ihre bekannten Stärken vereint: starke Figuren, psychologische Spannung und eine Atmosphäre permanenter Bedrohung. Die Geschichte führt die Leserinnen und Leser in die Weiten Kanadas der 1970er-Jahre, wo ein vermeintlich harmloser Roadtrip zu einem Albtraum wird.Im Mittelpunkt stehen Alice und Tom, die nach einem schweren Schicksalsschlag mit ihrem Camper durch Kanada reisen. Die Reise soll ihnen helfen, Abstand vom Alltag zu gewinnen und neue Kraft zu schöpfen. Doch als sie das junge Anhalterpaar Jenny und Simon mitnehmen, entwickelt sich die Fahrt zu einem tödlichen Spiel. Schnell wird deutlich, dass die beiden Fremden dunkle Geheimnisse verbergen und bereits eine Spur von Gewalt hinterlassen haben. Alice und Tom geraten in eine Situation, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt. Interessant ist, dass die Geschichte im Jahr 1976 spielt. Heute könnte man in einer solchen Situation einfach mit dem Handy telefonieren oder seinen Standort verschicken. Damals gab es diese Möglichkeiten noch nicht. Alice und Tom sind deshalb viel stärker auf sich allein gestellt. Gerade das macht viele Situationen im Buch noch gefährlicher.Mir hat die Beschreibung der Landschaft gefallen. Kanada erscheint nicht nur als beeindruckender und schöner Ort, sondern als unheimliche Umgebung. Die abgelegenen Straßen und die große Entfernung zu anderen Menschen vermitteln den Eindruck, dass Alice und Tom völlig auf sich allein gestellt sind. Sollte etwas passieren, könnten sie nicht so schnell Hilfe bekommen. Immer wieder ereignen sich Dinge, die man nicht unbedingt erwartet. Deshalb möchte man weiterlesen und herausfinden, wie Alice und Tom aus ihrer Lage herauskommen.Als Hauptfigur wird Alice gut dargestellt. Ihre Angst und Unsicherheit kann man sehr gut nachvollziehen. Sie muss immer wieder schwierige Entscheidungen treffen, wodurch sie menschlich wirkt.Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen. Besonders die zunehmende Bedrohung und die unheimliche Atmosphäre fand ich gelungen. Nicht alle Aspekte haben mich überzeugt. Einige Entwicklungen waren für mich etwas vorhersehbar, und manche Figuren hätte ich mir ausführlicher ausgearbeitet gewünscht. Trotzdem wollte ich meistens erfahren, wie es weitergeht.