Das kleine Wunder im Central Park von Julie Caplin ist genau die Art von Buch, bei der ich schon beim Setting wusste, dass es mich bekommen könnte: New York zur Weihnachtszeit, funkelnde Lichter, das berühmte Plaza Hotel, winterliche Spaziergänge und dazu eine Liebesgeschichte mit Grumpy-x-Sunshine-Vibes. Viel mehr Weihnachtsfilm-Atmosphäre geht eigentlich kaum.
Im Mittelpunkt steht Evie Green, die weihnachtliche Hollywoodfilme liebt und schon lange davon träumt, Manhattan im Schnee zu erleben. Als sie die Gelegenheit bekommt, die Feiertage in New York zu verbringen, scheint dieser Traum endlich wahr zu werden. Dort begegnet sie Noah Sanderson, einem ziemlich grummeligen Mann, der mit Weihnachten offensichtlich deutlich weniger anfangen kann als sie. Dass Noah außerdem ein Fußballstar ist, der momentan lieber nicht erkannt werden möchte, macht die Sache nicht gerade unkomplizierter.
Julie Caplin schafft es wunderbar, New York zur Weihnachtszeit zum Leben zu erwecken. Die Fifth Avenue, das Plaza Hotel und natürlich der winterliche Central Park sorgen für eine Kulisse, bei der ich am liebsten selbst meine Koffer gepackt hätte. Das Buch spielt ganz bewusst mit dieser beinahe filmreifen Vorstellung von Weihnachten in Manhattan und gerade weil Evie selbst solche Weihnachtsfilme liebt, passt das unglaublich gut.
Evie und Noah könnten dabei kaum unterschiedlicher auf Weihnachten reagieren. Sie bringt Begeisterung und dieses fast kindliche Staunen mit, während er dem ganzen Weihnachtszauber wesentlich skeptischer gegenübersteht. Genau daraus entsteht eine schöne Grumpy-x-Sunshine-Dynamik, die zu dieser Art von Geschichte einfach wunderbar passt.
Besonders Evies Begeisterung für New York mochte ich. Durch sie bekommt selbst das klassische Weihnachtsprogramm etwas Schönes und Gemütliches. Man entdeckt die Stadt ein Stück weit gemeinsam mit ihr und bekommt dabei dieses Gefühl, das man aus Weihnachtsfilmen kennt: Für ein paar Tage darf die Welt ruhig ein bisschen glitzernder und romantischer sein als normalerweise.
Natürlich darf bei einer solchen Geschichte auch das Knistern nicht fehlen. Zwischen Evie und Noah entwickelt sich eine Dynamik, die für mich vor allem durch ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten funktioniert. Es gibt humorvolle Momente, Reibung und natürlich diese kleinen Situationen, bei denen man ziemlich schnell merkt, in welche Richtung sich das Ganze entwickeln könnte.
Und ja, vieles daran ist sicherlich ein wenig vorhersehbar. Aber ganz ehrlich, bei einem weihnachtlichen Wohlfühlroman stört mich das überhaupt nicht. Ich lese so eine Geschichte schließlich nicht unbedingt, weil ich am Ende vollkommen schockiert das Buch zuklappen möchte. Manchmal will ich einfach Schnee, Lichterketten, Weihnachtsstimmung und zwei Menschen, die sich eigentlich gar nicht ineinander verlieben wollten.
Julie Caplins Schreibstil passt für mich sehr gut dazu. Er ist locker, warm und angenehm zu lesen, wodurch ich schnell in die Geschichte hineingefunden habe. Besonders schön fand ich, dass trotz der romantischen und gemütlichen Grundstimmung nicht alles vollkommen sorgenfrei ist. Beide Figuren bringen ihre eigenen Themen mit, wodurch die Geschichte neben all dem Weihnachtszauber auch etwas emotionalere Momente bekommt.
Trotzdem bleibt das Buch für mich ganz klar eine Wohlfühlgeschichte. Und gerade das New-York-Setting trägt einen riesigen Teil dazu bei. Besonders wenn man selbst eine Schwäche für Geschichten hat, die einen gedanklich an einen anderen Ort mitnehmen, funktioniert Julie Caplins Konzept einfach unglaublich gut.
Das kleine Wunder im Central Park ist für mich deshalb eine richtig schöne Weihnachtsromance zum Einkuscheln. Nicht unbedingt eine Geschichte, die das Genre vollkommen neu erfindet, dafür aber eine, die genau das liefert, was ihr Cover und ihre Grundidee versprechen: Winterzauber, New York, Romantik, Humor und jede Menge Weihnachtsstimmung.
Wer Grumpy x Sunshine, Forced Proximity, New York zur Weihnachtszeit und romantische Wohlfühlgeschichten liebt, sollte sich das Buch definitiv einmal genauer anschauen.
Von mir bekommt Das kleine Wunder im Central Park 4 von 5 Sternen.