Schon der Titel Mord in perfekter Ordnung Jules Gespür für Symmetrie hat mich neugierig gemacht. Ein Krimi mit einer Tatortreinigerin, die einen ausgeprägten Ordnungssinn hat und Dinge bemerkt, die anderen entgehen? Das klang nach einer etwas anderen Kriminalgeschichte und ich wurde nicht enttäuscht.
Jule ist mir mit ihrer besonderen Art schnell sympathisch geworden. Sie liebt Ordnung, hat ein Auge für kleinste Details und lässt sich auch nicht so leicht davon abbringen, wenn sie etwas für verdächtig hält. Ganz anders Kriminalhauptkommissar Jeremias Killick, der aus Hannover in die beschauliche Gegend um Bad Krozingen strafversetzt wurde und mit seiner neuen Umgebung so gar nichts anfangen kann. Er ist mürrisch, manchmal ziemlich arrogant und von Jules Einmischungen zunächst wenig begeistert. Gerade diese Gegensätze machen die Geschichte für mich so unterhaltsam.
Die Wortwechsel zwischen den beiden, ihre Gedanken und die langsame Entwicklung ihrer Zusammenarbeit haben mir besonders gefallen. Dazu kommt der Forensiker Chris Aron, der mit seinem alemannischen Dialekt noch für zusätzliche humorvolle Momente sorgt. Auch das Lokalkolorit kommt nicht zu kurz, ohne dass die eigentliche Kriminalgeschichte dabei in den Hintergrund gerät.
Denn trotz aller humorvollen Szenen wird hier durchaus ernsthaft ermittelt. Es bleibt spannend, man kann miträtseln und immer wieder überlegen, wer hinter den Todesfällen steckt. Diese Mischung aus einem interessanten Kriminalfall, etwas Humor und den beiden so unterschiedlichen Hauptfiguren hat für mich wunderbar funktioniert.
Anett Diell hat mit Jule und Jeremias zwei Charaktere geschaffen, deren weitere Entwicklung ich gerne verfolgen würde. Ich hoffe deshalb, dass wir nicht allzu lange auf einen neuen Fall warten müssen.
Ein leichter, abwechslungsreicher Krimi, der mich gut unterhalten hat und bei dem neben der Spannung auch das Schmunzeln nicht zu kurz kam.