Eine interessante Geschichte über eine Frau auf der Suche nach dem Verhältnis zu ihrer Mutter und Bindungen allgemein.
Zunächst muss ich sagen, dass ich mir etwas anderes vorgestellt hatte, weil es im Klappentext auf dem Buchrücken heißt, es ginge um eine Mutter-Tochter-Beziehung. Ich würde sagen, es geht eher um eine Frau, die nach dem Verhältnis zu ihrer Mutter sucht und vielleicht auch nach ihrem Platz in der Welt überhaupt. Ich mochte den Schreibstil der Autorin direkt. Er erscheint mir aber etwas elitär, weil viele medizinische Fachbegriffe verwendet werden. eilweise gibt es auch Sätze auf Mandarin, die nicht übersetzt werden. Oft ergeben sich die Übersetzungen aus den Dialogen. Wenn das nicht der Fall war, habe ich einige Wörter gegoogelt. Das hat für mich Sinn gemacht, weil es teilweise das ganze Gespräch verändert hat.Es ist ein sehr trauriges Buch. Die Situation auf der Frühchenstation wird emotional dargestellt und ich habe mir schon die ein oder andere Träne verdrücken müssen. Besonders gefallen hat mir, wie sich die Situation mancher Babys mit der Geschichte der Protagonistin verknüpft. Es wird ganz klar, wie wichtig stabile Bindungen für Kinder sind und unserer ganzes Leben nachwirkt, was wir in der Kindheit und Jugend an Zuneigung und Geborgenheit erfahren oder eben nicht. In diesem Zusammenhang fand ich auch den Titel perfekt, weil sowohl die Neugeborenen, als auch die Protagonistin häufig fragil wie Glas wirkten. Ich hätte es nur feministischer gefunden, wenn stärker und früher betont worden wäre, dass dafür nicht nur Mütter, sondern auch Väter verantwortlich sind. Es ist ein Roman, der viel in mir ausgelöst hat. Einige Kapitel enden abrupt und überlassen die Reflexion den Lesenden. Für mich war es daher perfekt, das Buch als Buddyread zu lesen. Auch die Nominierung für die Longlist des Deutschen Buchpreises kann ich absolut nachvollziehen. Definitiv ein besonderer Roman.