Die Nacht vor Weihnachten mit turbulenten Ereignissen und kuriosen Charakteren: schräg, witzig und abenteuerlich.
Inhalt:London in den 1980er Jahren:Das vorweihnachtliche Treiben erreicht am Heiligabend im "Londinium", dem berühmtesten Kaufhaus für Spielzeuge aller Art, seinen Höhepunkt.Mittendrin der 10-jährige Elvis mit seiner Mutter. Kurz vor Ladenschluss wird der größte Wunsch des kleinen Jungen wahr: er trifft den Weihnachtsmann!Am Heiligabend verbleibt der gesamte Weihnachtsumsatz des Londiniums im Safe, da die Banken über die Feiertage geschlossen haben. Eine Million Pfund!Wenn das mal kein gefundenes Fressen für dreiste Diebe ist!Irgendetwas kam Elvis seltsam vor: der Weihnachtsmann wird doch nicht etwa im Kaufhaus wohnen? Ist es überhaupt der echte Weihnachtsmann! Dann hätte er an Heiligabend wohl Besseres zu tun, als in der Hütte im Schlafsack zu übernachten!Elvis muss nochmal zurück in das Kaufhaus, um den mysteriösen Ereignissen auf den Grund zu gehen!Nachts und still und heimlich stürzt er sich (in Pantoffeln, Pyjama und Morgenmantel) in das wohl größte Abenteuer seines Lebens ...Altersempfehlung:ab etwa 10 Jahre (kurze Kapitel, hoher Bildanteil, aber mit fast 300 Seiten)Buch- und Covergestaltung/Illustrationen:Anders als vorherige Bücher hat dieses keinen Schutzumschlag, d. h. es kommt ohne "Gimmick"! Bei "Das Eismonster" gab es z. B. ein gratis Mammut oder bei "Robodog" einen gratis Polizeihund ;-)Der Schriftzug auf dem Buchcover und auf dem -rücken ist weihnachtlich mit Goldfolie gestaltet. Dank der wilden Szene auf dem Cover bekommt man einen guten ersten Eindruck vom Chaos, das einen beim Schmökern erwartet.Der Zeichenstil von Adam Stower (Nachfolger von Tony Ross) gefällt mir sehr gut, auch er erinnert an Quentin Blakes Kinderbuchillustrationen (in den Büchern von Roald Dahl), ist jedoch deutlich mehr ausgearbeitet und weniger skizzenhaft.Zu Beginn werden alle wichtigen Akteure mit Bild und kurzer Info vorgestellt. Zusätzlich gibt es im Laufe der Geschichte einen Steckbrief, sobald der Charakter das erste Mal erwähnt wird.Die Geschichte wird begleitet durch zahlreiche schwarz-weiß Illustrationen (mal klein, mal halb- und oft sogar ganzseitig).Die Gestaltung der Personen ist einfach gehalten. Die effektvolle Mimik leidet hierunter allerdings wenig. Sie ist herrlich lustig und überspitzt und man muss unweigerlich schmunzeln.Mein Eindruck:Von David Walliams habe ich schon einige Kinderbücher gelesen. Sein Humor ist durch und durch britisch.Bei diesem Abenteuer kommt Einiges zusammen: Vater-Sohn-Wiedersehen, dreister Diebstahl, Sinneswandel und Weihnachtswunder.Die Geschichte ist humorvoll erzählt und gleich von der ersten Seite an wird man in die turbulente und skurrile Handlung reingezogen. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, denn die Handlung ist in den 1980er Jahren angesiedelt: kein Social Media, keine Smartphones ... Stattdessen Spielsachen, wie sie große Lesende aus der eigenen Kindheit kennen.Schauplatz ist das altehrwürdige, gigantische Kaufhaus, über mehrere Etagen gefüllt mit Spielzeug: Puzzle, Plüschtiere, Puppen, Modelleisenbahnen und Spielzeugautos, Scherzartikel und Süßigkeiten ... Nostalgie pur!Und natürlich gibt es noch die Hütte des Weihnachtsmannes, vor der die Kinder Schlange stehen.Hier kommt der erste Knackpunkt, denn für ein Treffen benötigt man ein goldenes Ticket und das ist teuer und limitiert.Elvis - benannt nach dem Lieblingssänger seines Vaters, der die Familie fünf Jahre zuvor ausgerechnet an Heiligabend verlassen hat - ist bescheiden und zufrieden. Obwohl seine Mutter übermäßig viel arbeitet, hat die kleine Familie wenig Geld.Es ist eine typische Ausgangssituation eines David Walliams Kinderbuches (nicht ohne Grund als Nachfolger von Roald Dahl gehandelt). Ein materiell armes, aber dafür an Persönlichkeit, Herz und Verstand reiches Kind erlebt ein kurioses Abenteuer, das sein Leben verändert.Der große Wunsch des 10-jährigen Elvis: den Weihnachtsmann treffen, um ihm zu sagen, dass er zu Weihnachten keine Geschenke möchte, sondern viel lieber endlich seinen Vater kennenlernen würde. Mini-Spoiler: Wie es der Zufall will, ist der Kaufhaus-Weihnachtsmann tatsächlich sein Papa!Dem rührenden Wiedersehen wird wenig Zeit eingeräumt, da sich die Ereignisse überschlagen: eine Bande fieser Weihnachtselfen will den Safe plündern und das Kaufhaus sowie das Weihnachtsfest ruinieren! Diese Diebe sind dreist, fies und dumm wie Toastbrot. Mitleid muss man hier keines haben ;-)Der Wortwitz, die vielen Comic-Elemente, lautmalerische in den Text integrierte Soundwörter (Boing! Plonk! Päng! Swisch!) und die zahlreichen schwarz-weiß Zeichnungen sowie die lockere Erzählweise sorgen für ein unterhaltsames Lesevergnügen.Selbstverständlich darf ein obligatorisches Weihnachtswunder als großes Finale nicht fehlen.Es ist nicht unbedingt ein Happy End in allen Bereichen, aber ein Schritt in die richtige Richtung sowie rührend und herzerwärmend!Da dieser Punkt ziemlich früh beim Lesen deutlich wird: Es gibt Parallelen zum Filmklassiker "Kevin allein in New York", aber ich sehe es eher als Hommage.Eine Leseempfehlung für alle Jungen und Mädchen, die lustige, fantasievolle und rasante Abenteuer lieben.Fun Fact:Die Kapitelüberschriften auf englisch (mit deutscher Übersetzung) passen nicht nur thematisch zu den Ereignissen des jeweiligen Kapitels, es sind zudem Songtitel von Elvis Presley (a little less conversation) bzw. Titel von Weihnachtsliedern (silent night) aus dem Weihnachtsalbum von Elvis Presley.Fazit:Eine Komödie in drei Akten:Rasant, witzig und spannend. Obendrein gibt's Weihnachtsstimmung und was für's Herz.Ein außergewöhnliches, witziges und total schräges Abenteuer.Eindrucksvolle schwarz-weiß Illustrationen runden die Geschichte ab....Rezensiertes Buch: "Der große Weihnachts-Kaufhaus-Klau" aus dem Jahr 2026