Bereits beim ersten Buch von Monika Kim, "Das Beste sind die Augen¿, war ich begeistert. Es war auf jeden Fall eines meiner Jahreshighlights 2025. Dementsprechend begeistert war ich, dass es ein neues Buch von ihr gibt! Die Geschichte von Dahye ist so beängstigend real, dass man als Leser*in automatisch mitfiebert. Sie wird zum Opfer von Molka. Versteckten Kameras, die in ihre Privatsphäre eindringen und sie ausspionieren. Und als sie das mitbekommt, steckt sie ihre Wut in einen Rachefeldzug. Die Entwicklung von einer schüchternen, passiven, ruhigen Frau, zu einer entschlossenen, erbarmungslosen Kämpferin ist absolut packend und mitreißend.Junyoung, der Mann, der Dahye ausspioniert, ist kein einfacher Bösewicht, sondern ein Produkt einer misogynen Erziehung, die ihm von klein auf eingeimpft wurde. Dass Frauen Objekte sind, ist für ihn selbstverständlich. Und dass solche Denkweisen alles andere als unrealistisch sind, macht diesen Roman für mich so beängstigend. So etwas kann immer und überall passieren. Der Schreibstil ist voller Spannung. Man liest aus Dahyes Sicht, aber auch aus Junyoungs. Während Dahyes Wut und Verzweiflung greifbar werden, zeigt Junyoungs Perspektive, wie krank und verzerrt sein Weltbild ist. Diese Gegenüberstellung macht das Buch so fesselnd. Außerdem verbindet das Buch dieses reale Thema mit übernatürlichen Elementen. Die Grenze zwischen Realität und Wahn ist dabei nicht immer erkennbar. Fazit: Molka ist kein leichtes Buch, aber ein wichtiges. Es ist wütend und schonungslos, und genau das macht es zu einem tollen Beispiel des Feminist Horror.