Eine düstere Vampirgeschichte mit spannendem Setting und explosiver Anziehung, bei der mir Handlung und Figurenentwicklung jedoch zu kurz kamen.Die Grundidee von "House of Crimson Hearts" klang genau nach meinem Geschmack. Eine Vampirjägerin, die sich an einer mächtigen Urvampirin rächen möchte, tödliche Prüfungen und eine Stadt voller Intrigen und dunkler Geheimnisse. Besonders Sangui City besitzt eine düstere Atmosphäre, die sehr gut zur Geschichte passt.Red hat einen nachvollziehbaren Grund für ihren Hass auf Octavia. Schließlich ist sie dafür verantwortlich, dass ihre Schwester in eine Vampirin verwandelt wurde. Deshalb fand ich es spannend, dass ausgerechnet diese beiden Frauen zusammenarbeiten müssen. Zwischen ihnen herrscht von Anfang an eine explosive Mischung aus Abneigung, Misstrauen und Anziehung.Octavia war für mich die interessantere der beiden Figuren. Sie ist mächtig, gefährlich und verfolgt ihre eigenen Ziele. Dadurch weiß man nie genau, wie viel von ihr ehrlich gemeint ist und wann sie Red lediglich für ihre Pläne benutzt. Red wirkte ebenfalls stark und entschlossen, handelte für eine erfahrene Vampirjägerin aber manchmal überraschend unvorsichtig.Die körperliche Anziehung zwischen den beiden nimmt sehr viel Raum ein. Das Knistern ist definitiv vorhanden, mir fehlte jedoch stellenweise die emotionale Entwicklung dahinter. Gerade wegen ihrer gemeinsamen Vergangenheit, des Verrats und Reds Rachewunsch hätte ich mir mehr Gespräche und innere Konflikte gewünscht. Teilweise rückten die Gefühle und die eigentliche Handlung für meinen Geschmack zu schnell zugunsten der Leidenschaft in den Hintergrund.Auch die tödlichen Prüfungen und der Machtkampf um Sangui City hatten viel Potenzial. Einige Szenen waren spannend, insgesamt hätte dieser Teil der Geschichte aber noch ausführlicher und gefährlicher sein dürfen. Manche Wendungen wirkten vorhersehbar und nicht jedes Geheimnis konnte mich überraschen.Der Schreibstil ist flüssig und das Buch lässt sich schnell lesen. Die düstere Atmosphäre, die Vampirwelt und die Verbindung zwischen Red und Octavia haben mich grundsätzlich gut unterhalten. Für eine höhere Bewertung fehlten mir jedoch mehr Tiefe, eine stärkere Entwicklung der Beziehung und eine Handlung, die neben der Anziehung genauso viel Raum bekommt.Insgesamt ist "House of Crimson Hearts" eine solide und sehr leidenschaftliche Vampirromantasy mit interessanter Ausgangslage, konnte mich aber nicht vollständig überzeugen. Von mir gibt es 3 Sterne.