Clever konstruierten Kriminalfall mit einer außergewöhnlichen Kulisse und starken Charakteren
Worum geht es in Band 11?: Weihnachten steht vor der Tür in der ansonsten so sonnigen und mediterran anmutenden Aquitaine kann von besinnlicher Winterruhe kann keine Rede sein. Im schärfsten und schneereichsten Winter, den die Region seit Jahrzehnten erlebt hat, wird auf einer einsamen Waldstraße eine Frau tot aufgefunden: Christine, eine beliebte und engagierte Gemeindekrankenschwester, wurde angefahren und getötet.S chnell gerät ihr gewalttätiger Ehemann ins Visier der Ermittler. Doch Commissaire Luc Verlain und seine Kollegin Rose Schillinger spüren rasch, dass hinter dem tragischen Unfall mehr steckt. Die Spurenlage ist verzwickt, und schon bald führt die Ermittlung das Team tief ins Landesinnere in ein ein abgelegenes Kloster, in dem ein charmanter, aber undurchsichtiger Priester die Fäden in der Hand hält. Während zu Hause in Bordeaux die kleine Tochter Aurélie auf Weihnachten wartet und im Hintergrund noch die Schatten vorheriger Fälle lauern, müssen Luc und sein Team alle Register ziehen.Der elfte Streich rund um den Commissaire war für ein Monatshighlight. Alexander Oetker wagt diesmal einen atmosphärischen Tapetenwechsel: Statt sommerlicher Leichtigkeit herrscht plötzlicher Ausnahmezustand durch Eis und Schnee. Diese ungewohnte, fast schon düster anmutende Kälte legt sich spürbar über die Seiten und schenkt der Geschichte eine wunderbar melancholische, geheimnisvolle Note.Besonders herborzuheben ist auch bei diesem Band, wie gereift die Figuren agieren. Luc Verlain ist über die Jahre zu einem facettenreichen und gleichzeitig greifbaren Protagonisten gewachsen. Die Mischung aus knallhakter Polizeiarbeit, gesellschaftlich relevanten Themen wie der medizinischen Unterversorgung auf dem Land und dem liebevollen Familienchaos mit Partnerin Anouk greift nahtlos ineinander. Jeder dieser Geschichtstränge erhält dabei die im notwendige Bedeutung, so dass der Kriminalfall immer im Mittelpunkt steht und durch anderen Aspekte ausgezeichnet ergänzt wird.Mit Silberküste präsentiert der Autor ein perfides Verbrechen an der Silberküste. Nachdem sehr schnell ein erster Tatverdächtiger ermittelt wurde, entpuppt sich das Verbrechen als deutlich komplexer. Neue Anhaltspunkte ergeben sich, aber erst ein nicht allzu üblicher Ermittlungsansatz bringt neue Erkenntnisse. Dem Autor gelingt es einmal mejhr durch mehrere spannenden Wendungen und einer nicht alltäglichen Unterstützung den Spannungsbogen über die gesamte Geschichte aufrecht zu erhalten. Für mich war es ein weiterer gut durchdachter Fall, der den Leser bis zur letzten Seite fesselt und zum Mitraten einlädt.Trotz der winterlichen Atmosphäre müssen Fans natürlich nicht auf das geliebte savoir-vivre verzichten: Der Autor streut immer wieder genussvolle Momente ein, die beim Umblättern augenblicklich Fernweh wecken. Getragen von einem rasanten Tempo, einer angemessenen Kapitellänge in Kombination mit Alexander Oetkers gewohnt bildhafter Sprache fliegt man nur so durch die Seiten. Das stimmige Finale rundet den Pageturner perfekt ab und macht sofort Lust auf mehr.Fazit5¿- für einen clever konstruierten Kriminalfall mit einer außergewöhnlichen, eisigen Kulisse und starken Charakteren.Eine absolute Leseempfehlung für alle, die das französische Lebensgefühl lieben und spannende Ermittlungen mit Tiefgang schätzen! Vielen Dank an den Autor, den Verlag und Netgalley.de für das Rezensionsexemplar.