Worum geht es?: Hass beschreibt nicht annähernd, was Jules Ambrose für Josh Chen und sein viel zu großes Ego empfindet. Dem heißen Doktor ergeht es ähnlich. Doch Jules ist die beste Freundin seiner Schwester, und so ist es unvermeidbar, dass sie sich ständig über den Weg laufen und gegenseitig in den Wahnsinn treiben. Nach einer unvergesslichen Nacht treffen sie eine Vereinbarung - und werden zu Feinden mit gewissen Vorzügen. Die Regeln sind einfach: keine Eifersucht. Keine Bedingungen. Kein Verlieben. Doch Jules und Josh merken schnell, wie süchtig sie danach sind, dass zwischen ihnen die Funken - und die Fetzen - fliegen ...
Das Cover: An dieser Stelle möchte ich zunächst dem LYX Verlag ein großes Dankeschön aussprechen, dass die Cover der Twisted-Reihe überarbeitet wurden. Sowohl die ursprünglichen Ausgaben mit den Männern auf dem Cover als auch die späteren Blumendesigns konnten mich persönlich nicht wirklich überzeugen. Die neuen Cover hingegen sind ein absoluter Augenschmaus und passen deutlich besser zum modernen Erscheinungsbild des Verlags. Besonders der farbige Buchschnitt ist wunderschön gestaltet und macht die Reihe zu einem echten Hingucker im Bücherregal. Das minimalistische Design wirkt edel und genau diese Schlichtheit hat die Reihe meiner Meinung nach gebraucht.
Der Schreibstil: Wie schon die vorherigen Bände wird auch Twisted Hate aus der Ich-Perspektive erzählt, wobei die Kapitel abwechselnd aus der Sicht von Jules und Josh geschildert werden. Dadurch erhält man einen guten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt beider Figuren. Besonders gefallen hat mir, dass auch bekannte Charaktere aus den vorherigen Teilen wieder auftauchen. Es war schön, Ava und Alex erneut zu begegnen und über ihr Happy End hinaus etwas von ihrem gemeinsamen Leben zu erfahren.
Ana Huangs Schreibstil ist wie gewohnt sehr flüssig, humorvoll und mit einer ordentlichen Portion Spice versehen. Die Seiten lassen sich schnell lesen und die Dialoge sorgen immer wieder für unterhaltsame Momente. Dennoch war mir die Geschichte stellenweise etwas zu ausladend. Mit knapp 600 Seiten hätte der Roman meiner Meinung nach durchaus etwas kürzer ausfallen können. Selbst nach den ersten 100 Seiten war von einer wirklichen Annäherung zwischen den Hauptfiguren noch wenig zu spüren. Dadurch wirkte die Handlung zeitweise etwas langatmig. Das Ende hingegen hat mir sehr gut gefallen und passte perfekt zur Entwicklung der Geschichte.
Die Hauptfiguren: Im Mittelpunkt der Handlung stehen Jules und Josh, die sich seit Jahren nicht ausstehen können. Jules ist die beste Freundin von Ava und begegnet dadurch regelmäßig deren älterem Bruder Josh. Die beiden sind wie Feuer und Wasser. Ständig liefern sie sich Wortgefechte, provozieren sich gegenseitig oder versuchen, den anderen schlecht dastehen zu lassen. Die gemeinsame Freundesgruppe muss immer wieder zwischen ihnen vermitteln. Doch mit der Zeit bemerkt Jules, dass sich hinter ihrer Abneigung eine Anziehung verbirgt, die sie sich zunächst nicht erklären kann. Eigentlich kann sie Josh doch überhaupt nicht leiden, oder etwa doch?
Abseits ihrer Gefühle verfolgt Jules ein großes Ziel: Sie möchte Anwältin werden und steht kurz davor, ihren Traum zu verwirklichen. Doch als plötzlich eine Person aus ihrer Vergangenheit wieder auftaucht, gerät ihre Zukunft ins Wanken. Dadurch stellt sich nicht nur die Frage, ob Jules ihren Juraabschluss schaffen wird, sondern auch, ob sie bereit ist, Josh näher an sich heranzulassen.
Josh arbeitet als Assistenzarzt und hat keinerlei Interesse an einer festen Beziehung. Sein Beruf steht an erster Stelle und für eine Partnerschaft sieht er in seinem Leben keinen Platz. Hinzu kommt, dass seit der Beziehung seiner Schwester Ava mit seinem ehemaligen besten Freund Alex Eiszeit herrscht. Josh vermeidet jede Gelegenheit, den beiden zu begegnen. Umso mehr gerät seine Welt aus den Fugen, als ausgerechnet Jules ihr Praktikum in seinem Krankenhaus absolviert. Das Krankenhaus ist sein persönlicher Rückzugsort, und dort möchte er seine Erzfeindin ganz sicher nicht sehen. Doch je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto schwieriger wird es, ihre gegenseitige Anziehung zu ignorieren. Gleichzeitig muss Josh sich die Frage stellen, ob er bereit ist, sich auf eine Beziehung einzulassen und endlich Frieden mit Alex zu schließen.
Endfazit: Ich persönlich liebe Enemies-to-Lovers-Geschichten und war mir deshalb schon vor dem Lesen sicher, dass mich Twisted Hate begeistern würde. Besonders die Schlagabtausche und Neckereien zwischen Jules und Josh waren einfach goldig und haben für einige meiner Lieblingsmomente im Buch gesorgt. Die Liebesgeschichte selbst war mir stellenweise etwas zu langgezogen, wodurch sich die Handlung zwischendurch ein wenig zog. Trotzdem habe ich jede Menge Spaß mit der Geschichte gehabt und mich während des Lesens sehr gut unterhalten gefühlt.
Das Buch erhält von mir sehr gute 4 von 5 Sternen.
Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar bei NetGalley zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!