Ganz tolle, gefühlsbetonte Romantasy, die mich voll mitgerissen hat.
Shield of Sparrows entführt den Leser in eine Fantasywelt voller gefährlicher Kreaturen, politischer Intrigen und arrangierter Bündnisse. Im Mittelpunkt steht Odessa, eine ungeliebte Prinzessin, die sich plötzlich in einer arrangierten Ehe wiederfindet, die deutlich größer und gefährlicher ist, als sie zunächst ahnt. Sie ist mit Ransom konfrontiert, einem geheimnisvollen und attraktiver Krieger, der offensichtlich mehr verbirgt, als er preisgibt. Was zunächst fast wie ein klassisches Märchen beginnt, entwickelt sich nach und nach zu einer Geschichte voller Geheimnisse, Gefahren und unbeantworteter Fragen.Odessa ist dabei eine Hauptfigur, die schnell Sympathien gewinnt. Sie ist pragmatisch, bescheiden und angenehm bodenständig, wodurch sie sich wohltuend von manchen überzeichneten Fantasy-Heldinnen abhebt. Besonders ihre Art, mit schwierigen Situationen umzugehen, macht sie sympathisch. Allerdings wirkt ihr Gleichmut manchmal etwas unglaubwürdig. Dass sie wiederholt wichtige Informationen vorenthalten bekommt und dies erstaunlich gelassen hinnimmt, hat mich gelegentlich doch etwas ratlos zurückgelassen. Ein bisschen mehr Misstrauen oder Wut wäre an der einen oder anderen Stelle durchaus angebracht gewesen.Ransom wiederum erfüllt ziemlich zuverlässig das Fantasy-Romance-Paket: hervorragender Kämpfer, unglaublich attraktiv, verschlossen, geheimnisvoll und natürlich mit einer Vergangenheit, über die er nicht sprechen möchte. Und ja, wir stehen drauf. ¿ Gleichzeitig ist dieses Konzept inzwischen so vertraut, dass es stellenweise doch etwas nach "kenn ich schon" schmeckt. Trotzdem funktioniert Ransom als MMC ausgesprochen gut und seine Dynamik mit Odessa gehört definitiv zu den Stärken des Buches.Bei den Nebencharakteren fällt vor allem auf, dass nicht alle gleichermaßen im Gedächtnis bleiben. Zavier bleibt für mich relativ blass, während Evie und Faze deutlich mehr Farbe in die Geschichte bringen und eine echte Bereicherung für die Handlung sind. Gerade bei ihnen hätte ich gerne noch etwas mehr gesehen.Die Handlung selbst erinnert stellenweise stark an ein Märchen. Es gibt die arrangierte Verbindung, geheimnisvolle Figuren, gefährliche Wesen und eine Welt, in der hinter den offensichtlichen Dingen noch eine ganze Menge verborgen liegt. Das könnte schnell vorhersehbar oder kitschig werden. Glücklicherweise wird der Leser sehr eng in Odessas Gefühlswelt mitgenommen. Dadurch erlebt man ihre Unsicherheit, ihre Ängste und ihre wachsende Faszination für die Welt um sie herum unmittelbar mit. Das sorgt dafür, dass die Geschichte trotz einiger bekannter Fantasy-Romance-Muster nicht langweilig wird.Einige der großen Fragen werden beantwortet, aber längst nicht alle. Das lässt einen dem zweiten Band entgegenzufiebern.Fazit:Shield of Sparrows ist eine unterhaltsame Fantasy-Romance mit einer sympathischen Hauptfigur, einem klassischen, aber überzeugenden "broody warrior"-MMC und einer märchenhaften Geschichte voller Geheimnisse. Nicht alles ist vollkommen neu und gerade Ransoms Charakter bedient einige bekannte Tropes sehr zuverlässig. Trotzdem entwickelt die Geschichte einen Sog, weil Odessas Perspektive die Handlung emotional trägt und immer neue Fragen aufwirft. Ich gebe dafür 5 Sterne