China im 21.Jhd aus der Sicht einer Autorin, die über China schreibt
Jung Chang ist nach England ausgewandert. Von dort reist sie mit ihren Mann regelmäßig nach China. Zum einen, um ihre Familie zu besuchen und zum anderen um für weitere Bücher - insbesondere eine Biographie über Mao - zu recherchieren. Mit dem Buch "Wilde Schwäne" hat sie sich bei den jeweiligen Machthabern eher unbeliebt gemacht. Je nach aktueller Offenheit legt man ihr immer wieder mehr oder weniger Steine in den Weg. Dabei ist die Offenheit Chinas eine Frage der Opportunität. Da vor allem ihre Mutter weiterhin in China lebt, ist Diplomatie und Vorsicht angesagt. Insbesondere ihre Mutter ist hier sehr geschickt - spannend!. In China selber interviewt sie Politiker und Aktivisten, die alle auf ihre Art mit der Politik umgehen.Das Buch liest sich gut weg, es kommen allerdings viele Namen und Personen vor. Irgendwann wiederholen sich die Themen auch. Propaganda, Widerstand, Kollaboration...Es bleibt eben bei der Sicht der Dinge aus der Blase derjenigen, die politisch aktiv sind/waren. Das ist interessant und wertvoll, aber eben auch Wiederholung aus dem ersten Buch und mit langen Strecken über Recherche zur Biographie. Vielleicht wäre da weniger mehr gewesen.Interessant wäre die Sicht der einfachen Arbeiter gewesen und etwas ausführlicher derer, die ihre Chance nutzen und ihre eignenen Geschäfte aufmachen. Das aber müssen andere Bücher leisten. Die Sicht politisch aktiver ist hier aber gut und (manchmal zu) ausführlich dargestellt. In meinen Augen reicht es eines der beiden Schwäne zu lesen. Es hat sich gelohnt.