Netter Hangover-Krimi.
Es beginnt beinahe klassisch: Die Kriminalpsychologin Sophia erwacht am Morgen in ihrem Bett und kann sich an nichts vom vorherigen Abend erinnern. So etwas kommt vor. Weniger häufiger hat man die Hand des Ex-Freundes bei sich im Bett - allerdings nur seine abgetrennte Hand. Von da an bemüht sich Sophia, herauszufinden, was passiert ist und ob sie möglicherweise am Abend zuvor zur Mörderin wurde. Sie dabei zu begleiten, ist teils witzig, teils interessant. Man ist gespannt, wie die Geschichte am Ende ausgeht. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg mit zahlreichen Irrungen und Wirrungen. Obwohl diesmal kein achtsam mordender Anwalt die Hauptrolle spielt, kann sich Autor Karsten Dusse dennoch ein paar kleine Rechtsbelehrungen und -erklärungen hier und da in der Geschichte nicht verkneifen. Der Anwalt kann eben nicht aus seiner Haut. Wer seine vorherigen Romane mochte, wird sich hier deshalb sofort heimisch fühlen. Leicht abgewandelt hätte die Filmriss-Geschichte auch mühelos ein Björn-Diemel-Abenteuer werden können.Ein wirkliches Highlight ist der "Filmriss auf Immenhof" trotzdem nicht. Die Handlung ist nett, durch mehrere Zeitsprünge und Perspektivwechsel allerdings stellenweise etwas anstrengend.Vom Hörbuch gibt es sowohl eine gekürzte (6h 22min) als auch ungekürzte Lesung (7h03min). Beides wird gewohnt gut vom Autor persönlich vorgetragen.