In ORKNEY geht es darum, die schottischen Inseln nach und nach zu erschließen, Rohstoffe zu sammeln und mit Gebäuden und Handelswegen möglichst viele Punkte zu erzielen. Dabei ist nicht nur geschicktes Planen gefragt, sondern auch eine gute Strategie, um die eigenen Möglichkeiten optimal zu nutzen. Das Spiel verbindet einen überschaubaren Regelumfang mit genügend taktischen Entscheidungen, sodass es auch nach mehreren Partien interessant bleibt.
Wir haben ORKNEY zu dritt gespielt und hatten damit eine gute Spieleranzahl. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Spiel auch mit mehr Personen viel Spaß macht, da dadurch noch mehr Abwechslung in die Spielrunde kommt. Vorgesehen ist es für zwei bis fünf Personen. Die angegebene Spieldauer von etwa 60 Minuten passt gut zu unseren Erfahrungen: Beim ersten Spielen haben wir mit Aufbau und Regelerklärung zwar länger gebraucht, doch sobald alle mit den Abläufen vertraut waren, ging es deutlich schneller. Die reine Spielzeit lag bei ungefähr einer Stunde. Für die anschließende Auswertung sollte man noch einmal 10 bis 15 Minuten einplanen. Der Abbau war dagegen in weniger als fünf Minuten erledigt.
Der Einstieg ins Spiel gelingt insgesamt gut. Wir haben ungefähr zwei Runden gebraucht, bis alle die Abläufe sicher verstanden hatten. Zu Beginn mussten wir zwar gelegentlich noch einmal in die Anleitung schauen, doch die Regeln sind verständlich und nicht unnötig kompliziert. Das Spielziel ist von Anfang an klar, und auch die einzelnen Spielzüge lassen sich gut nachvollziehen. Nach kurzer Eingewöhnung konnten wir uns ganz auf unsere eigenen Entscheidungen konzentrieren. Deshalb halte ich es auch für unkompliziert, neue Mitspielerinnen und Mitspieler in eine Runde aufzunehmen.
Obwohl man während der Partie seine eigene Strategie entwickeln muss, beeinflusst man die anderen Spielenden nur wenig direkt. Jeder konzentriert sich vor allem auf den eigenen Inselaufbau und versucht, die vorhandenen Möglichkeiten möglichst geschickt zu nutzen. Dadurch gibt es kaum Konflikte oder Situationen, in denen man sich gegenseitig bewusst behindert. Das sorgt für einen entspannten Spielverlauf, ohne dass die taktischen Überlegungen zu kurz kommen.
Ein großer Pluspunkt ist für mich der Wiederspielreiz. Ich würde ORKNEY auf jeden Fall direkt noch einmal spielen, denn es macht Spaß, unterschiedliche Strategien auszuprobieren und herauszufinden, welche am Ende die meisten Punkte bringt. Auch die Aufgabenkarten sorgen für Abwechslung, da sie zusätzliche Ziele vorgeben und dazu anregen, die eigene Vorgehensweise immer wieder anzupassen. So fühlt sich eine weitere Partie nicht einfach wie eine Wiederholung der vorherigen an.
ORKNEY eignet sich für Kinder ab acht Jahren, macht aber auch Erwachsenen viel Spaß. Das Spiel ist zugänglich genug, damit auch jüngere Spielende die Regeln verstehen können, bietet gleichzeitig aber ausreichend strategische Möglichkeiten, um ältere Mitspieler zu beschäftigen. Wer gerne plant, baut und verschiedene Wege zum Sieg ausprobiert, dürfte hier auf seine Kosten kommen. Insgesamt ist ORKNEY ein gelungenes Familienspiel, das leicht verständlich ist, abwechslungsreiche Entscheidungen bietet und Lust auf weitere Partien macht.
Vielen Dank an Vorabspielen.de, über die ich ein Rezensionsexemplar des Spiels erhalten habe.