der Autor hätte deutlich mehr aus diesem spannenden, faszinierenden Stoff machen können. Tatsächlich ist so ziemlich das Einzige, was diesen Roman noch lesenswert macht, seine historische Grundlage, der 100jährige Krieg, der Siegeszug der Fernwaffen aka Langbögen gegen das anachronistische Rittertum, der schon das Ende des Mittelalters vorzeichnet und natürlich Jeanne d'Arc. Was für eine Story, so spannend kann Geschichte sein! Hier wird sie leider nur als Träger für einen recht lahmen Roman verwendet. Der Hauptfigur fehlen die Ecken und Kanten und das trotz der traumatischen Kindheit, daraus hätte ein dunklerer, widersprüchlicherer Charakter werden können, statt dessen wird er zu einer Art moralisch überlegenen Superhelden, der stets alles richtig macht. Das ist vor allem langweilig.Dem Leser historische und politische Hintergründe durch Dialoge nahezubringen, kann funktionieren, schadet dem Fluss der Geschichte aber, wenn der Leser genau merkt, dass dies eigentlich kein Dialog, sondern eine "Lehrstunde" zur aktuellen politischen Lage in Frankreich des 15. Jdht. ist. Das liest sich dann so, als würden die sprechenden Personen den Dialog nur für den Leser führen, damit dieser kapiert, wer jetzt gerade gegen wen ist und warum. Und fühlt sich ein bisschen so an, als wäre man ein etwas begriffsstutziges Kind und ein Erwachsener versucht, einem die Welt zu erklären. Danke, muss nicht sein.Weil ich mich für Geschichte, vor allem das Mittelalter, historische Kriegsführung, insbesondere für die ersten Schlachten mit Langbögen interessiere, war das Buch für mich dennoch lesenswert. Auch die Zeichnung von Jeanne d'Arc fand ich gelungen, sie hat mich als Leser zwar bisweilen genervt, aber ich glaube, die hat auch die meisten ihrer Zeitgenossen genervt, insofern gut getroffen! Was mir von diesem Roman aber vor allem in Erinnerung bleiben wird, ist das nicht ausgeschöpfte Potential.