Sara kämpft mit ihrer Erinnerung an eine ihrer Patientinnen. Diese wurde brutal vergewaltigt, schaffte es aber selbst noch ins Krankenhaus, ehe sie kollabierte. Sara gab ihr das Versprechen, nicht zu ruhen, ehe sie den Täter gefasst hat.
Drei Jahre später ist Sara die Kronzeugin in einem Zivilprozess, den die Eltern der Toten angestrengt haben, um einen reichen Studenten, Sohn eines berühmten Chirurgen, zur Rechenschaft zu ziehen. Alle Beweise deuten auf ihn als Täter hin, doch diese Beweise sind nicht wasserfest, weswegen die Staatsanwaltschaft es ablehnte, den Fall vor Gericht zu bringen.
Nach der Aussage trifft Sara auf die Mutter des Angeklagten. Und diese reisst eine alte Wunde in ihr auf, von der sie hoffte, sie sei zumindest vernarbt
Es mag witzlos sein, eine Reihe mit dem vorletzten Band zu beginnen statt am Anfang. Ich gebe zu, ich habe nicht darauf geachtet, in welcher Reihenfolge diese Romane herausgekommen sind, ich wollte einfach einmal ein oder zwei Bücher von Slaughter lesen.
Die gute Nachricht ist, es gibt zwar viele Querverweise darauf, was vorher geschehen ist, der Roman ist aber auch verständlich ohne dieses Vorwissen tatsächlich zu besitzen. Trotzdem stehen die restlichen Bücher jetzt recht weit oben auf meiner Wunschliste.
Slaughter hat einen sehr angenehmen Stil, der sich leicht lesen lässt. Die Handlung ist spannend, dreht sich allerdings nicht nur um den Fall, sondern auch um die Leben der handelnden Figuren. Will und Sara stehen kurz vor ihrer Hochzeit, Faith, Wills Partnerin, hat ihre liebe Not, sich ihrer Gefühl klar zu werden über ihre Affäre mit einem FBI-Agenten und nebenbei erzählt ihr Sohn ihr auch noch, dass er Polizist werden will wie sie, was sie fast in den Wahnsinn treibt.
Ich mag solche Geschichten, in denen die Ermittler selbst Menschen sind. Es fühlt sich natürlicher an, diese Geschichten dann zu lesen. Ein bisschen wirklich, als würde man einen Film gucken. Wenn auch einen mit deutlicher Überlänge.
Die Handlung ist spannend erzählt, der Plottwist am Ende kam für mich überraschend, was mich sehr zufrieden zurückließ. Normalerweise bin ich offensichtlich zu belesen und errate den/die Täter immer sehr schnell. Hier dagegen kam es aus dem blauen Himmel heraus für mich, was sehr befriedigend war.
Alles in allem ein lebendiger Roman mit einer spannenden Handlung und interessanten Charakteren. Sehr guter Thriller!