Herzerwärmende Fake-Marriage-RomCom mit Broadway-Zauber und knisternder Chemie. Absolute BookTok-Perle!
Ein talentierter irischer Straßenmusiker in der New Yorker U-Bahn. Eine Frau Mitte 20, die täglich seinen Konzerten lauscht und schon lange verliebt ist. Ein abgelaufenes Studentenvisum. Eine impulsive Idee: Zweckehe. Und dann werden aus Roomies langsam mehr. Christina Lauren, das gefeierte Autorinnen-Duo Christina Hobbs und Lauren Billings, liefert mit "Roomies" eine wirklich charmante RomCom, die mich vom ersten Kapitel an eingesogen hat.Holland Bakker lebt in New York, verkauft T-Shirts im Broadway-Theater ihres Onkels und arbeitet nebenbei als Archivarin. Der Lichtblick in ihrem Alltag ist Calvin McLoughlin, ein irischer Straßenmusiker, in den sie seit Monaten heimlich verknallt ist. Als er ihr eines Abends das Leben rettet, stellt Holland ihn ihrem Broadway-Onkel vor, der sofort dessen Talent erkennt und ihm eine Rolle in seinem Musical anbietet. Ein Problem: Calvins Visum ist längst abgelaufen. Holland schlägt eine Zweckehe vor. Calvin willigt ein, ohne zu ahnen, wie viel Holland wirklich für ihn empfindet. Er zieht bei ihr ein, und aus dem Deal wird ein Zusammenleben, das sehr real wird.Christina Lauren beherrscht die Fake-Marriage-Trope perfekt. Was diese Konstellation so besonders macht: Es ist keine klassische Zweckehe zwischen zwei Fremden, die sich langsam verlieben. Es ist eine Zweckehe zwischen einer heimlich Verliebten und einem ahnungslosen Mann. Diese Asymmetrie erzeugt permanente emotionale Spannung. Jeder gemeinsame Moment ist für Holland doppelt aufgeladen. Wenn Calvin nett ist, fragt sie sich: Freundlichkeit oder mehr? Wenn er Zeichen echter Anziehung zeigt, ist das jedes Mal ein kleiner Herz-Aussetzer. Wer Slow-Burn-Romance liebt, wird das Buch verschlingen. Die emotionale Choreografie ist wirklich meisterhaft.Holland ist eine ausgesprochen sympathische Hauptfigur. Kein Romance-Klischee, sondern eine junge Frau in einer Findungsphase mit T-Shirt-Job und Archivstelle, mit Humor, Selbstironie und einer kreativen Ader, die sie noch nicht ganz freigelegt hat. Für viele Frauen Mitte 20, die manchmal spüren, dass ihr Leben noch nicht ganz begonnen hat, ist sie eine warmherzige Spiegelfigur. Calvin wiederum ist ein wirklich anziehender Male Lead, weit weg vom klassischen Alpha-Bosshole-Klischee. Ein sensibler, künstlerischer Mann mit Träumen, Talent und einer echten Verletzlichkeit durch sein ungeklärtes Visum. Musiker-Helden sind in der Romance-Literatur selten so gut geschrieben. Man hört förmlich die Melodien, die er in der U-Bahn spielt.Das New Yorker Setting ist zauberhaft. Christina Lauren zeigt nicht das touristische, sondern das echte künstlerische New York. Die U-Bahn-Musiker:innen, die auf ihren Durchbruch hoffen. Die Broadway-Backstage-Welt. Die kleinen Cafés und viel zu kleinen Wohnungen mit großen Herzen. Für Hamilton-Fans und Musical-Enthusiast:innen ein wirklicher Genuss. Besonders gefreut haben mich Hollands Onkel Robert und Jeff, ein liebevolles queeres Ehepaar, das sie praktisch aufgezogen hat. Christina Lauren integriert sie mit einer wunderbaren Selbstverständlichkeit. Sie werden nicht zum Thema gemacht, sondern sind einfach zwei liebende Männer, die eine wichtige Rolle in Hollands Familie spielen. Diese Normalität ist genau das, was ich mir häufiger wünsche.Wichtiger Hinweis: "Roomies" ist die Neuauflage des bereits 2019 als "Weil es Liebe ist" erschienenen Romans. Der Text ist identisch, nur Cover und Titel sind BookTok-freundlicher. Wer den Vorgänger schon kennt, braucht keinen Neukauf. Wer neu einsteigt, bekommt einen wirklich schönen Zugang zum Christina-Lauren-Universum. Das Hörbuch mit Simone Scheuer ist übrigens ebenfalls empfehlenswert.Ideal für die kalte Jahreszeit mit Kakao und Decke.