Es geht weiter mit der "Aufbruch nach Afrika"-Reihe. Dieses Buch ist der zweite Teil der Trilogie, doch man kann ihn meiner Meinung nach wunderbar allein lesen. Die Protagonisten des ersten Bandes werden nur am Rande erwähnt.Ansonsten begleitet man hier Lina, die auf dem Weg nach Afrika ist, um dort zu heiraten, wobei sie hofft, durch die Klimaveränderung von ihrer Schwindsucht geheilt zu werden.Ich fand es spannend, sie auf der Schiffsreise zu begleiten und von den Höhen und Tiefen dieser Fahrt zu lesen. Einzig die Kraft, die sie auf dieser Reise an den Tag gelegt hat, hat mich nach ihrer vorherigen Schwäche doch sehr verwundert. Doch in Notsituationen sind schon viele Menschen über sich hinausgewachsen, weshalb es mich nicht nachhaltig gestört hat.Die Schifffahrt war anschaulich und lebendig beschrieben und ich habe die Situationen regelrecht miterlebt. Ich konnte das Meer riechen, den teils unangenehmen Geruch in den Kabinen wahrnehmen und die Emotionen und unruhigen Herzen spüren. Trotzdem blieb dieser Teil noch relativ ruhig.Richtig krass wurde es, als Lina in Afrika angekommen ist. Ab da gab es Szenen, die mich schockierten und entsetzten. Ich war teilweise sprachlos, erschüttert und fassungslos. Gleichzeitig wurde es interessant zu lesen, wie die Hermannsburger Missionare aufgestellt waren, welche Hierarchien dort herrschten und was dringend einer Änderung bedurft hätte. Hier wurde deutlich, dass falscher Ehrgeiz und Eifer für eine gute Sache nicht immer gut sind.Auch das Thema Schwindsucht (Tuberkulose) fand seinen Platz in diesem Buch. Es war faszinierend zu sehen, wie die damaligen Behandlungsmethoden waren - und auch hier hat es mir teilweise die Sprache verschlagen.Maria Albers versteht es, Emotionen zu wecken, Geschichte lebendig werden zu lassen und Bilder vor dem inneren Auge entstehen zu lassen.Dieses Buch hatte eine Spannung, die für mich teilweise unerträglich war, weshalb ich es kurz weglegen musste. Von Anfang an schwingt eine Gefahr, eine Angst durch die Zeilen und man wartet auf den großen Knall, auf das, was passiert.Ein großer Pluspunkt war das Nachwort, in dem aufgezeigt wird, welche historischen Persönlichkeiten in diesem Roman eine Rolle spielen und welcher Teil fiktiv ist. Dadurch, dass vieles im Roman auf wahren Begebenheiten beruht, hat dieses Buch noch einmal mehr Gewicht.Auch wenn ich den ersten Band noch einen Ticken besser fand, ist das hier doch ein grandioses Buch, ein wundervoller zweiter Band und eine intensive Geschichte, in der deutlich wird, dass das Leben nicht immer einfach ist, doch die himmlische Freude einen durchträgt.